Für klimafreundliche Stadtentwicklung in Wetzikon

Wetzikon, 1. September 2026: Grüne und SP Wetzikon reichen ihre Initiative für eine klimafreundliche Stadtentwicklung nicht ein. Der Stadtrat hat inzwischen wichtige Massnahmen für mehr Begrünung, Entsiegelung, Baumschutz und Regenwasserrückhalt beschlossen. Nach dem Hitzesommer 2026 soll nun schneller gehandelt statt jahrelang über eine Initiative beraten werden. Grüne und SP fordern dafür genügend finanzielle und personelle Mittel im Budget 2027 und werden die Umsetzung kritisch begleiten.

Klimafreundliche Stadtentwicklung: Zeit zum Handeln – schnell und mutig

Das Initiativkomitee der Initiative «Für klimafreundliche Stadtentwicklung» hat entschieden, die Initiative nicht einzureichen. Nicht, weil ihre Anliegen weniger wichtig geworden wären – im Gegenteil. Der Hitzesommer 2026 hat eindrücklich gezeigt, wie dringend Wetzikon auf zunehmende Hitze, Trockenheit und Wasserknappheit reagieren muss. Daher darf jetzt keine Zeit mehr mit einem mehrjährigen politischen Prozess verloren gehen. Jetzt ist Zeit zum Handeln – schnell und mutig.

Mit der Initiative wollten Grüne und SP zusätzliche Impulse für eine klimafreundliche Stadtentwicklung setzen. Gefordert wurden insbesondere mehr Begrünung und Beschattung, Entsiegelung und Regenwasserversickerung sowie stärkere klimatische Anforderungen an kommunale Bauprojekte. Diese Anliegen sind heute aktueller denn je – gleichzeitig hat der vergangene Sommer gezeigt, dass noch schneller und umfassender gehandelt werden muss, als es die Initiative ursprünglich vorsah.

Seit der Lancierung der Initiative hat der Stadtrat wichtige Schritte beschlossen. Der Anfang Februar 2026 genehmigte Massnahmenplan Umwelt + Energie umfasst 32 Massnahmen – darunter die Entsiegelung öffentlicher Flächen, Vorgaben zu Versiegelung und Retention bei Bauprojekten sowie den Schutz und die Förderung des Baumbestands. Im Sommer folgten das erweiterte Baum- und Naturförderprogramm und das Projekt «Asphaltknackerinnen». Diese Schritte begrüssen wir ausdrücklich. Wir gehen davon aus, dass die beschlossenen Massnahmen nun zügig umgesetzt werden, und sind überzeugt, dass der Stadtrat die Zeichen der Zeit erkannt hat.

Gleichzeitig zeigt der Hitzesommer: Wo mehr nötig ist, muss rasch nachgelegt werden. Klimaanpassung muss bei jedem neuen Projekt von Anfang an mitgedacht werden. Grossflächige Versiegelungen, wie sie beispielsweise bei der Neugestaltung des Friedhofs entstanden sind, dürfen künftig nicht mehr passieren. Bestehende Bäume müssen geschützt, zusätzliche Bäume gepflanzt und Regenwasser muss möglichst vor Ort zurückgehalten und versickert werden.

Auch einzelne Bäume in Töpfen – wie vor der alten Migros im Stadtzentrum oder auf dem Leuenplatz – können echte, grosskronige Bäume und dauerhaft begrünte Flächen nicht ersetzen. Gerade bei der künftigen Gestaltung des Zentrums muss deshalb konsequent auf Klimaresilienz gesetzt werden.

Wir wollen ein grünes und schattiges Wetzikon mit möglichst vielen versickerungsfähigen Flächen. Das Zentrum soll dabei zum Vorbild werden: mit grossen Bäumen, viel natürlichem Schatten, begrünten Aufenthaltsräumen und Plätzen, auf denen Regenwasser versickern und zurückgehalten werden kann. Mehr echtes Grün statt mehr Versiegelung, mehr Schatten statt aufgeheizter Plätze.

Jetzt braucht es auch die nötigen Mittel

Eine klimaangepasste Stadt gibt es nicht zum Nulltarif. Wer Bäume pflanzen und erhalten, Flächen entsiegeln, Schatten schaffen und Regenwasser zurückhalten will, braucht genügend finanzielle und personelle Ressourcen.

Der städtische Massnahmenplan zeigt, dass für die Umsetzung zusätzliche personelle Ressourcen nötig sind. Wir erwarten, dass diese Priorität im Budget 2027 deutlich sichtbar wird. Es braucht zusätzliche Mittel für konkrete Massnahmen und genügend Fachpersonal, um diese rasch umzusetzen. Die personelle Verstärkung der Abteilung Umwelt, wie sie bereits im Budgetprozess 2026 gefordert und bewilligt wurde, muss konsequent umgesetzt und, wo nötig, weitergeführt werden. Wir sind überzeugt, dass der neu zusammengesetzte Stadtrat diese Prioritäten setzt und rascher Massnahmen einleiten kann, als sie mit dem langjährigen Prozess einer Initiative möglich wären. Die finanziellen und personellen Ressourcen, welche der politische Prozess gekostet hätte, sollen nun direkt in wirksame Handlungen fliessen.

Christina Gunsch, Erstunterzeichnerin der Initiative, erklärt: »Mit unserer Initiative wollten wir zusätzliche Impulse setzen. Seit der Lancierung hat der Stadtrat wichtige Schritte beschlossen. Aus unserer Sicht ist er damit jetzt gut unterwegs. Der Hitzesommer hat gezeigt, wie dringend diese Anliegen sind. Wir vertrauen darauf, dass er diesen Weg konsequent weitergeht und die nötigen Massnahmen rasch umsetzt.«

Jonathan Assenberg, Co-Präsident der SP Wetzikon, betont: «Hitze ist auch eine soziale Frage. Kinder, ältere Menschen und Menschen in stark versiegelten Gebieten leiden besonders darunter. Deshalb müssen wir jetzt in Bäume, Schatten, Grünräume und attraktive öffentliche Räume investieren. Davon profitiert die ganze Bevölkerung.»

Raphael Zarth, Fraktionspräsident der Grünen Wetzikon, ergänzt: «Unsere Initiative wollte bewusst zusätzliche Massnahmen und Ideen einbringen. Seit der Lancierung hat der Stadtrat wichtige Schritte beschlossen. Das begrüssen wir. Nach diesem Hitzesommer ist klar: Jetzt braucht es Tempo. Wir dürfen nicht mehrere Jahre auf politische Prozesse warten. Wir müssen jetzt handeln – und die nötigen finanziellen und personellen Mittel bereitstellen. Im Budget 2027 wollen wir diese Priorität konkret sehen. Nichts tun wird mit Sicherheit teurer!»

Die Unterschriften waren nicht umsonst

Das Initiativkomitee bedankt sich bei allen Wetzikerinnen und Wetzikern, welche die Initiative unterschrieben und unterstützt haben. Diese Unterschriften waren nicht umsonst. Sie sind ein starkes Signal dafür, dass sich viele Menschen ein grüneres, schattigeres und klimaangepasstes Wetzikon wünschen.

Der Entscheid, die Initiative nicht einzureichen, ist deshalb kein Rückzug von ihren Zielen. Im Gegenteil: Wir wollen und sind überzeugt, dass diese Anliegen jetzt schneller und umfassender vorangebracht werden, als dies über einen mehrjährigen Initiativprozess möglich wäre.

Grüne und SP bleiben am Ball und werden hartnäckig darauf achten, dass aus Zielen konkrete Taten werden. Wo unnötig versiegelt wird, bestehende Bäume zu wenig geschützt werden, Ressourcen fehlen oder Massnahmen zu langsam vorankommen, werden wir weiterhin Verbesserungen einfordern.

Gleichzeitig bieten wir dem Stadtrat und der Umweltkommission an, unsere Überlegungen aus der Initiative und weitere Ideen einzubringen und gemeinsam rasch umsetzbare Lösungen zu entwickeln.

Der Hitzesommer 2026 hat gezeigt: Wir haben keine Zeit zu verlieren. Jetzt ist Zeit zum Handeln – schnell und mutig.


GP und SP lancierten am 13. Januar 2026 zusammen eine neue Initiative


GP und SP lancierten am 13. Januar 2026 zusammen eine neue Initiative für Wetzikon.

Die Initiative verlangt, dass die Stadtentwicklung in Wetzikon konsequent am Klimaschutz ausgerichtet wird. Neue Bau- und Quartierentwicklungen sollen klimafreundlich, flächensparend und gut mit dem öffentlichen Verkehr, dem Veloverkehr und dem Fussverkehr verknüpft geplant werden. Bestehende Quartiere sollen so weiterentwickelt werden, dass sie hitzeverträglich und zukunftssicher sind – mit genügend Grün- und Aufenthaltsflächen, Platz für Begegnung und sicheren Wegen für den Langsamverkehr, zum Beispiel durch zusätzliche Bäume entlang stark befahrener Strassen und entsiegelte, beschattete Schulhausplätze.

Damit soll Wetzikon seine Klimaziele erreichen, die Lebensqualität in den Quartieren stärken und negative Folgen der Klimakrise wie Hitzeinseln, zunehmender Verkehr und Bodenversiegelung verringern. Die Initiative stellt sicher, dass Klima, Lebensqualität und gute Erreichbarkeit in der Planung gleich gewichtet werden wie wirtschaftliche Interessen und die bauliche Ausnutzung.

Christina Gunsch, Erstunterzeichnerin, hält fest: «Mit dieser Initiative stellen wir sicher, dass bei der Stadtentwicklung der Fokus noch mehr auf Klima, Lebensqualität und gute Erreichbarkeit – für alle Generationen - gerichtet wird.»

Jonathan Assenberg, Co-Präsident der SP Wetzikon, ergänzt: «Eine klimafreundliche Stadtentwicklung ist auch eine soziale Frage. Wir wollen Quartiere, in denen sich alle Menschen – unabhängig von Einkommen, Alter oder Herkunft – wohlfühlen können: mit guten ÖV-Verbindungen, sicheren Wegen, bezahlbarem Wohnraum und Aufenthaltsräumen, die auch an Hitzetagen Lebensqualität bieten.»

Raphael Zarth, Fraktionspräsident der Grünen, führt weiter aus: «Wetzikon wächst. Jetzt ist der Moment, die Weichen zu stellen – für klimafreundliche Quartiere, kurze Wege, sichere Velorouten und genügend Grünflächen. Während die bürgerlichen Parteien, allen voran die SVP und FDP, Klimaschutz in der Stadtentwicklung oft auf die lange Bank schieben oder verwässern, setzen wir mit dieser Initiative klare Leitplanken für eine zukunftsfähige, klimafreundliche Planung.»

Grüne Wetzikon und SP Wetzikon engagieren sich gemeinsam dafür, dass Klimaschutz, soziale Anliegen und eine sorgfältige Siedlungsentwicklung zusammengedacht werden. Im neuen Jahr werden die beiden Parteien mit Ständen und Sammelaktionen auf der Strasse präsent sein, um Unterschriften für die Initiative zu sammeln und mit der Bevölkerung das Gespräch über die Zukunft von Wetzikon zu suchen.

Die Initiative kann von allen stimmberechtigten Wetziker:innen bis am 13. Juli 2026 unterschrieben werden. Für das Zustandekommen der Initiative sind 500 gültige Unterschriften erforderlich.