Erfolg für die Grünen: Die Gemeindeversammlung vom 14. Dezember 2009 hat der Initiative mit grossem Mehr zugestimmt.
Damit hat Wetzikon bewiesen, dass die Zeit reif ist für eine engagierte Energiepolitik. Wir Grünen fordern daher einen Legislaturschwerpunkt Energie in der nächsten Amtsdauer 2010 bis 2014 des Gemeinderates. Eine grüne Gemeinderätin bietet Gewähr dafür, dass dieser Volkswillen umgesetzt wird. Der jetzige Gemeinderat wartet damit das Ergebnis der Gemeinderatswaheln ab und tut vorerst nichts!
Unsere Initiative:
Für die Gemeinde Wetzikon ist ein umfassendes und detailliertes Energiekonzept zu erstellen. Dafür ist der Gemeindeversammlung eine Kreditvorlage über CHF 90'000 zu unterbreiten.
Ziel des Energiekonzeptes
Zum einen soll die lokale Koordination der Energienutzung und -versorgung nach den strategischen und langfristigen Vorgaben des kantonalen Energieplanes ausgerichtet werden, damit lokal vorhandene Wärmequellen besser genutzt und die Potenziale der erneuerbaren Energien sowie der Energieeffizienz gezielt ausgeschöpft werden können.
Zum anderen dient das Energiekonzept aber auch als Entscheidgrundlage für die Priorisierung und anschliessende Umsetzung von energiepolitischen Massnahmen (aktive Energiepolitik) sowie zur Prüfung, unter welchen Voraussetzungen und bis wann das Label Energiestadt realistischerweise angestrebt werden kann.
Art und Umfang des Energiekonzeptes
Das Energiekonzept soll folgende vier Bestandteile umfassen:
1. Kommunale Energieplanung gemäss §7 des kantonalen Energiegesetzes (1983)
2. Bestandesaufnahme und Zertifizierung Energiestadt
3. Energiebuchhaltung und Auswertung der gemeindeeigenen Bauten
4. Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation
1. kommunale Energieplanung gemäss §7 des kantonalen Energiegesetzes
Die kommunale Energieplanung soll erstens im Sinne einer umfassenden und detaillierten Bestandesaufnahme Auskunft geben über:
- die heutigen Energieversorgungsstrukturen
-
den aktuellen Energieverbrauch
-
Einsparpotenziale (insbesondere im privaten und öffentlichen Gebäudebereich)
-
Wärme- und auch Stromnutzungspotenziale verschiedener, insbesondere leitungsgebundener bzw. lokal erneuerbarer Energieträger wie Abwärmenutzung aus der Kläranlage ARA Flos und der Kehrichtverwertung Zürcher Oberland, Wasserkraft- und Grundwassernutzung, Holz und übrige Biomasse, Solarenergie, Erdwärmenutzung und Erdgas.
Zweitens soll sie kommunale Energieziele und Grundsätze formulieren und eine Strategie der räumlichen Koordination (Priorität von Energieträgern für die jeweiligen Versorgungsgebiete) aufzeigen.
In einem dritten Teil ist ein Massnahmeplan vorzuschlagen. Dieser soll alle zur Zielerreichung notwendigen Massnahmen umfassen, deren Wirkungsgrade aufzeigen und Empfehlungen bezüglich weiterer Machbarkeitsabklärungen und erste Kostenschätzungen zu Massnahmen und Machbarkeitsabklärungen und Handlungsanweisungen an die zuständigen Adressaten formulieren. Ebenso soll aufgezeigt werden, für welche Massnahmen auch kantonale Förderbeiträge zur Energieoptimierung beantragt werden können und in welchen Bereichen die Einführung kommunaler Förderbeiträge sinnvoll wäre.
2. Bestandesaufnahme und Zertifizierung als Energiestadt
In Bezug auf das Programm Energiestadt von EnergieSchweiz soll eine Bestandsaufnahme vorgenommen werden, damit abgeschätzt werden kann, welche weiteren Schritte und Massnahmen bis hin zur Zertifizierung als Energiestadt notwendig sein werden.
3. Energiebuchhaltung und Auswertung der gemeindeeigenen Bauten und Fahrzeuge
Energie- und Wasserverbrauchsdaten von gemeindeeigenen Bauten und Fahrzeugen sollen systematisch erfasst, dargestellt und ausgewertet werden. Diese Erhebungen sind eine wichtige Grundlage dafür, dass Einsparpotenziale erkannt, abgeschätzt und entsprechende Optimierungsmassnahmen in die Wege geleitet werden können.
4. Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation
Wetzikon baut eine konsistente Informationspolitik betreffend Energieeffizienz und dem Einsatz erneuerbarer Energieträger auf (Internet, Medienauftritte, Veranstaltungen, Bauherrenmappe usw.).
Selbstverständlich informiert die Gemeinde die interessierte Öffentlichkeit und Wirtschaft auch über die Ergebnisse der kommunalen Energieplanung, der Bestandesaufnahme in Bezug auf das Programm Energiestadt von EnergieSchweiz und der Energiebuchhaltung und Auswertung der gemeindeeigenen Bauten und Fahrzeuge.
Staatsbeiträge an kommunale Energieplanungen
Gemäss §7 der Verordnung über die Energieplanung und die Förderung von Pilotprojekten (Energieverordnung) des Kantons Zürich (1985) richtet der Kanton Subventionen an kommunale Energieplanungen aus.
Begründung:
Seit 1950 hat sich der Energieverbrauch in der Schweiz verfünffacht. Der Grossteil der Energie, die heute verbraucht wird, stammt aus fossilen Quellen. Treibhauseffekt und globale Erwärmung sowie Endlichkeit der fossilen Energieträger fordern die Internationale Staatengemeinschaft sowie Bund, Kantone und Gemeinden gleichermassen zur Formulierung einer nachhaltigen Klima- und Energiepolitik auf. Massnahmen zur Förderung der Energieeffizienz, zur Verbreitung erneuerbarer Energien (Erhöhung Anteil an Wärme- und Stromproduktion), zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit bei der Elektrizität sowie zur Senkung der C02-Emissionen drängen sich geradezu auf.
Bereits zu Beginn der 1990er Jahre hat eine regionale Energieplanung Zürcher Oberland der Gemeinde Wetzikon eine kommunale Energieplanung nahe gelegt. Im Umweltbericht der Stadt Wetzikon aus dem Jahre 2006 ist ebenfalls festgehalten, dass der kantonale Energieplan für Wetzikon einen Handlungsbedarf zur Nutzung der regional anfallenden Energie aufzeige.
Das kantonale Energiegesetz sieht eine kommunale Energieplanung explizit vor. Das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft der Baudirektion des Kantons Zürich erachtet eine kommunale Energieplanung insbesondere dann als zweckmässig, wenn Abwärmequellen, ortsgebundene Umwelt- und Energieholzpotenziale und leitungsgebundene Energieträger auf dem bzw. angrenzend an das Gemeindegebiet vorhanden sind. All diese Voraussetzungen sind in Wetzikon gegeben.
Bis 2005 haben 26 Gemeinden – wozu bis auf Wetzikon alle Gemeinden mit mehr als 20'000 Einwohnenden gehören - eine kommunale Energieplanung durchgeführt. Die 26 Gemeinden zählen 730'000 Einwohnende oder 58% der Kantonsbevölkerung. Nicht zuletzt können mit einer kommunalen Energieplanung auch kantonale Subventionen an kommunale Projekte erfolgversprechender beantragt werden. Alle grösseren Städte und Gemeinden im Kanton Zürich sind Energiestädte (Zürich, Winterthur, Illnau-Effretikon, Schlieren, Opfikon, Bülach, Dietikon, Dübendorf). Sie wissen das Label im Standortmarketing erfolgreich einzusetzen.
Der Verein 'Wetzikonaktiv' hat das Thema Wetzikon als Energiestadt bereits 2003 aufgegriffen und 2007 dem Gemeindepräsidenten eine entsprechende Petition mit rund 400 Unterschriften überreichen können. Die Stadt Wetzikon ist Ende 2007 dem Trägerverein Energiestadt beigetreten; höchste Zeit also, eine kommunale Energieplanung, eine Standortbestimmung in Bezug auf das Programm Energiestadt Schweiz und eine Energiebuchhaltung und Auswertung der gemeindeeigenen Bauten und Fahrzeuge in die Wege zu leiten und eine konsistente Informationspolitik betreffend Energieeffizienz und dem Einsatz erneuerbarer Energieträger aufzubauen!
Details zum herunter laden finden Sie hier:
Initiative Energie Zukunft Wetzikon (PDF)