Es hat auch mich erstaunt, dass an der Gemeinde-versammlung am vergangenen Montag in Wetzikon keine der vier Parteien (FDP, CVP, EVP, SP), das Wort zum Energie – Contracting für die Kunsteisbahn ergriffen hat, obwohl sie im Vorfeld diese Vorlage öffentlich befürwortet haben.
Aber eben, die Vorlage war auch in diesen Parteien nicht unbestritten. Und heute Mittwoch wird Gemeinderats-präsident Urs Fischer im Zürcher Oberländer bereits dahingehend zitiert, dass wir (ich gehe davon aus, dass er damit Wetzikon meint) in Zukunft immer mehr gezwungen sein würden, auf alternative Methoden der Finanzierung auszuweichen. In diesem Sinne lässt der Gemeinderat auch in seinem Newsletter aus dem Stadtrat 3/2010 verlauten, dass er bei künftigen Projekten der Politischen Gemeinde im Investitions- und Betriebsbereich diese Form der Zusammenarbeit von öffentlicher Hand und privaten Unternehmen immer prüfen will.
Machen wir uns aber nichts vor: Diese alternativen Finanzierungsmethoden wie zum Beispiel das Contracting kommen die öffentliche Hand teurer zu stehen. Der Unterschied besteht einfach darin, dass die Investionen nicht als solche ausgewiesen werden müssen und die effektiven Kosten hinter den jährlich wiederkehrenden Krediten besser versteckt werden können.
Der lachende Dritte ist der Contractor, der damit Geld verdienen kann. Nicht umsonst vermeldet die Erdgas Zürich AG, mit der der Contracting-Vertrag für die Kunsteisbahn Wetzikon hätte abgeschlossen werden sollen, in der heutigen Ausgabe des Zürcher Oberländers ein gutes Geschäftsjahr. Warum nun gerade im Gemeinwesen eine Leasing-Mentalität und damit das Leben auf Pump Einzug halten sollen, ist eigentlich unverständlich. Dieselbe Mentalität hat mitunter auch zur aktuellen Finanzkrise geführt.
Ich meine, die Gemeindeversammlung vom 15. März 2010 hat die Zeichen der Zeit erkannt und darum mit grossem Mehr die Vorlage zum Energie-Contracting bachab geschickt.
Karin Fehr Thoma
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